NRW-Polizei setzt auf OSINT: Wie digitale Ermittler Online-Bedrohungen jagen
Theo SchmitzNRW-Polizei setzt auf OSINT: Wie digitale Ermittler Online-Bedrohungen jagen
Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen aus – mit großem Fokus auf Open-Source-Intelligenz (OSINT)
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Fähigkeiten mit einer umfassenden Offensive im Bereich der Open-Source-Intelligenz. Das Vorhaben umfasst Schulungen, spezialisierte Einheiten und ein wachsendes Expertenteam zur Überwachung von Online-Bedrohungen. Die Behörden beschreiben die Initiative als einen strukturierten, kooperativen Ansatz für die moderne Strafverfolgung.
Im Zentrum der Operation steht das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf, wo Fabian Coenen (42) die Abteilung 22.2 leitet. Sein Team konzentriert sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität. Seit Herbst 2024 verstärkt Laura Ellrich die Einheit – sie bringt Erfahrung von der Polizei in Witten mit.
Die OSINT-Abteilung des LKA ist rasant gewachsen: War sie einst ein Zweier-Team, zählt sie heute 16 Spezialisten – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Anfang September 2024 kamen zehn weitere Beamte hinzu, sechs davon in Coenens Bereich. Fast 100 zusätzliche Beamte in sechs Staatsschutzbehörden sind zudem in das Netzwerk „Digitale Streife“ eingebunden.
Schulungen sind ein zentraler Baustein der Strategie.Marc Restemeyer, Dozent an der Landesakademie für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, vermittelt den Beamten, wie sie öffentlich zugängliche Daten sammeln und auswerten. Der Ansatz setzt auf „Schwarmintelligenz“ – die gebündelte Expertise mehrerer Teams ermöglicht schnellere und effektivere Reaktionen.
Die Kölner Einheit, geleitet von Swen Schubert, ist mit 18 Mitgliedern zwischen 25 und 52 Jahren die größte im Digitalen-Streife-Netzwerk. Sechs spezialisierte Teams liefern allgemeine OSINT-Recherchen und schnelle Unterstützung bei dringenden Einsätzen mit Bezug zur nationalen Sicherheit. Ihre Arbeit zielt auf dynamische politische Ereignisse ab, bei denen Online-Informationen den entscheidenden Unterschied machen können.
Die Ausweitung markiert einen Wandel im Umgang der nordrhein-westfälischen Polizei mit digitalen Bedrohungen. Mit mehr geschultem Personal, strukturierter Zusammenarbeit und dem Fokus auf öffentlich zugängliche Daten will die Behörde ihre Reaktion auf Online-Risiken stärken. Die Initiative spiegelt die größeren Bestrebungen wider, die Strafverfolgung in einer zunehmend digitalen Welt zu modernisieren.






