NRW-Kitas protestieren gegen KiBiz-Reform: "Wir sind sprachlos!"
Kitas in ganz Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Reformen des Landes-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz)
Von der Sauerland-Region aus haben sich die Demonstrationen auf Städte wie Dortmund, Köln und Düsseldorf ausgeweitet. Erzieher:innen, Eltern und Kinder machen ihrem Unmut über Finanzierungslücken und Personalmangel Luft.
Die von dem Trägerverbund WIR-KITAs organisierten Proteste spiegeln die wachsende Verärgerung über die im Gesetzentwurf vorgesehenen Änderungen wider – darunter gekürzte Präsenzzeiten des Personals und ein umstrittenes "Kern- und Randzeiten"-Modell, das nach Ansicht von Kritiker:innen die Betreuungsqualität gefährdet.
Am 31. März 2026 positionierten sich 47 Kindergärten und 12 Trägerverbünde öffentlich gegen die KiBiz-Reform. In Lennestadt versammelten sich Demonstrant:innen unter dem Motto "Wir sind sprachlos!" und forderten bessere Rahmenbedingungen. Eltern, Erzieher:innen und Kinder warnten, die Reformen würden zu einer chronischen Unterfinanzierung und Unterbesetzung der Einrichtungen führen.
Das aktuelle KiBiz-System, das erst im Januar angepasst wurde, konnte die steigenden Kosten bereits nicht abfedern. Explodierende Energiekosten und ein eklatanter Personalmangel haben die Ressourcen vieler Kitas bis an die Grenzen belastet. Vanessa Frankenthal, Leiterin des St.-Josef-Kindergartens Saalhausen, betonte, dass sich Erzieher:innen durch die geplanten Änderungen nicht wertgeschätzt fühlten und die Bedürfnisse der Kinder immer schwerer erfüllen könnten.
Die Landesregierung hat zwar zusätzliche 200 Millionen Euro für das kommende Kita-Jahr ab August zugesagt. Doch Kritiker:innen halten dies für unzureichend. Kathrin Lawicki, Elternvertreterin, unterstrich die Bedeutung hochwertiger Betreuung für die Entwicklung der Kinder und sprach den Erzieher:innen ihr Vertrauen aus. Sollten die Reformen wie geplant umgesetzt werden, treten sie ab nächsten Jahr in Kraft – doch der Widerstand in der Region wächst weiter.
Die Proteste zeigen, wie tief die Unzufriedenheit mit der geplanten KiBiz-Novelle sitzt. Während sich die Demonstrationen auf immer mehr Städte ausweiten, fordern Kita-Träger und Familien Nachbesserungen, die eine bessere Finanzierung und Personalausstattung sicherstellen. Die Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie das nordrhein-westfälische Betreuungssystem in den kommenden Jahren funktioniert.






