19 March 2026, 14:13

NRW führt Landarztquote ein – doch Hilfe kommt erst 2030 an

Balkendiagramm, das die Anzahl der in Deutschland diagnostizierten Krebserkrankungen zeigt, begleitet von erklärendem Text.

Mangel an Hausärzten in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - NRW führt Landarztquote ein – doch Hilfe kommt erst 2030 an

Nordrhein-Westfalen (NRW) ist das erste deutsche Bundesland, das eine Landarztquote einführt, um den eklatanten Mangel an Hausärzten zu bekämpfen. Bereits 1.100 Medizinstudierende haben sich verpflichtet, nach ihrem Abschluss mindestens zehn Jahre lang als Allgemeinmediziner in unterversorgten Regionen zu arbeiten. Der Schritt folgt auf alarmierende Daten, die zeigen, dass Westfalen-Lippe bundesweit die geringste Dichte an Hausärzten pro Einwohner aufweist.

Aktuelle Zahlen des Bundesärzteregisters belegen, dass Westfalen-Lippe mit nur 61 Hausärzten pro 100.000 Einwohner unter den 17 regionalen Ärztekammern Deutschlands den letzten Platz belegt. Zum Vergleich: Mecklenburg-Vorpommern kommt auf 76,8, Hamburg auf 73,4 und Baden-Württemberg auf 64 Hausärzte pro 100.000 Einwohner. Die Disparität hat scharfe Kritik ausgelöst – die SPD wirft Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) vor, die Krise nicht ausreichend zu bekämpfen.

Laumann wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass nachhaltige Lösungen Zeit und kontinuierliche Anstrengungen erforderten. Er verwies auf das seit 2009 laufende Hausarztprogramm des Landes, das mit 29 Millionen Euro bereits über 1.000 neue Praxen in ländlichen Gebieten gefördert habe – 80 Prozent der Mittel flossen dabei nach Westfalen-Lippe. Allerdings werden die ersten Ärztinnen und Ärzte aus dem neuen Quotensystem erst 2030 ihre Arbeit aufnehmen, bedingt durch die lange Ausbildungsdauer in der Medizin.

Die SPD warnte, dass sich ohne schnellere Gegenmaßnahmen die Versorgungslücken in der Region weiter verschärfen würden. Laumann räumte die Herausforderung ein, betonte jedoch, dass gesetzliche Rahmenbedingungen und Ausbildungszeiten die Geschwindigkeit möglicher Veränderungen begrenzten.

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Die Landarztquote stellt einen wichtigen Schritt in NRWs Bemühungen dar, die langfristige hausärztliche Versorgung zu sichern. Mit 1.100 künftigen Medizinerinnen und Medizinern, die sich bereits für unterversorgte Gebiete verpflichtet haben, will das Land seine aktuelle Schlusslichtposition überwinden. Doch die volle Wirkung des Programms wird erst im nächsten Jahrzehnt spürbar sein, da sich an den Ausbildungs- und Zulassungszeiten nichts ändert.

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