02 April 2026, 14:09

Marode Rheinbrücken kosten die Wirtschaft Millionen – doch Sanierungen stocken seit Jahren

Eine Brücke spannt eine belebte Straße mit Fahrzeugen, Fußgängern mit Schirmen und anderen Objekten darunter, flankiert von Geländern und vor dem Hintergrund von Gebäuden, Bäumen, Pfählen und einem klaren blauen Himmel.

Marode Rheinbrücken kosten die Wirtschaft Millionen – doch Sanierungen stocken seit Jahren

Die Kardinal-Frings-Brücke verursacht massive wirtschaftliche Schäden wegen ihrer veralteten Bausubstanz. Die jährlichen Verluste durch ihre begrenzte Kapazität belaufen sich auf rund 45 Millionen Euro. Nun mehren sich die Forderungen nach schnellerem Ersatz – und zwar nicht nur für diese Brücke, sondern für 22 weitere dringend sanierungsbedürftige Rheinbrücken zwischen Emmerich und Bonn.

Keine der 23 kritischen Rheinbrücken in diesem Abschnitt wurde in den vergangenen fünf Jahren saniert oder ersetzt. Allein für die Kardinal-Frings-Brücke ist ein Ersatz erst bis 2035 vorgesehen, wobei sechs bis acht Jahre allein für Planung und Vergabeverfahren eingeplant sind. Wirtschaftsführer wehren sich gegen diese Verzögerungen.

Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, kritisiert das schleppende Tempo. Ein von der IHK und der NDH in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten schlägt vor, die Planungszeiten auf nur ein Jahr zu verkürzen. Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, fordert bis Ende 2025 Gesetzesentwürfe, um die Planungsdauern zu halbieren und Sanierungen zu beschleunigen.

Um diese Ziele zu erreichen, empfehlen Experten die Einrichtung eines speziellen Infrastruktur-Senats am Oberverwaltungsgericht Münster. Dieser sollte Berufungen innerhalb eines Jahres bearbeiten. Der Bericht plädiert zudem für Gesamtvergaben bei komplexen Projekten, um Verzögerungen zu minimieren und die Effizienz zu steigern.

Verbindliche Maßnahmen sollen den Fortschritt beschleunigen, darunter ein öffentlicher Zeitplan mit festen Fristen, klar benannte Ansprechpartner und interne Schlichtungsverfahren zur Beilegung verwaltungstechnischer Konflikte. Das Ziel: Planfeststellungen innerhalb von zwölf Monaten abschließen.

Die Reformbestrebungen zielen darauf ab, Planungszeiten zu straffen und dringende Brückenersätze voranzutreiben. Bei Erfolg könnten die Änderungen wirtschaftliche Verluste verringern und die Verkehrsverbindungen entlang des Rheins verbessern. Die ersten rechtlichen Schritte werden bis Ende 2025 erwartet.

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