IMK vertagt Pyrotechnik-Debatte trotz anhaltender Gewalt in Fußballstadien
Nina HerrmannIMK vertagt Pyrotechnik-Debatte trotz anhaltender Gewalt in Fußballstadien
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat beschlossen, vorerst keine neuen Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen in Fußballstadien einzuführen. Diese Entscheidung fällt trotz anhaltender Sicherheitsbedenken, insbesondere im Umgang mit Pyrotechnik. Ein vertraulicher Bericht einer Arbeitsgruppe hebt dies als eine der größten Herausforderungen für die Stadionsicherheit hervor.
Die IMK wird die Diskussion über Pyrotechnik auf ihre Herbstkonferenz vertagen. Dies folgt auf Vorfälle beim DFB-Pokalfinale im Mai, die die Entscheidung jedoch nicht beeinflussten. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul kritisierte den Schiedsrichter, weil dieser das Spiel trotz Pyrotechnik-Einsatz nicht abgebrochen habe.
Reul, der sich seit neun Jahren mit fußballbezogener Gewalt befasst, sieht kaum Fortschritte. Er fordert strengere Kontrollen, darunter Durchsuchungen in Ultra-Fanblöcken, an Fahrzeugen sowie einen Ausbau der Videoüberwachung, um das Werfen von Gegenständen zu verhindern. Unterdessen führt die Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ weiterhin Gespräche über schärfere Strafen bei Verstößen mit Pyrotechnik.
Die Vereine argumentieren, dass flächendeckende Kontrollen undurchführbar seien. Bisherige Geldstrafen bei Pyrotechnik-Delikten zeigten kaum Wirkung, und Tests mit Erkennungstechnologie brachten enttäuschende Ergebnisse.
Fürs Erste werden weder bei Pyrotechnik noch bei weiteren Sicherheitsmaßnahmen konkrete Schritte folgen. Das Thema steht im Herbst erneut auf der Tagesordnung. Vereine und Behörden bleiben uneins, wie das anhaltende Problem wirksam angegangen werden kann.






