09 June 2026, 22:10

Gold und Silber aus Müllverbrennungsasche: Neues Verfahren macht es möglich

Zement statt Deponie - Recycling von Müllverbrennungsrückstand

Gold und Silber aus Müllverbrennungsasche: Neues Verfahren macht es möglich

Neues Verfahren zur Gewinnung wertvoller Metalle aus Müllverbrennungsasche zeigt Erfolg

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Ein innovatives Verfahren zur Rückgewinnung wertvoller Metalle aus Asche von Müllverbrennungsanlagen hat nach einem erfolgreichen Test vielversprechende Ergebnisse geliefert. Im Rahmen des EMSARZEM-Projekts der Universität Duisburg-Essen könnte die bisher entsorgte Asche künftig als Quelle für Kupfer, Silber und sogar Gold dienen. Wie im Juli 2023 bestätigt wurde, funktioniert das Verfahren auch im industriellen Maßstab.

Allein im Jahr 2022 verbrannte Deutschland rund 25 Millionen Tonnen Abfall und gewann daraus mit herkömmlichen Methoden etwa 600.000 Tonnen Metalle zurück. Dennoch landet der Großteil der Asche aus der Müllverbrennung (MSWI) weiterhin auf Deponien – obwohl sie noch verwertbare Metalle enthält. Besonders der feine Anteil der Asche weist einen Kupfergehalt von 0,3 bis 0,5 Prozent auf, was eine wirtschaftliche Gewinnung ermöglicht.

Funktionsweise des EMSARZEM-Verfahrens Durch mehrstufiges Mahlen und Trennen werden die Metalle zurückgewonnen, während der verbleibende mineralische Anteil weiterverwertet wird. Das Restmaterial kann natürliche Gesteinskörnungen in der Zement- und Betonproduktion ersetzen. Theoretisch ließen sich so jährlich bis zu 8.000 Tonnen Kupferkonzentrat gewinnen – was etwa 2.800 Tonnen Kupfer, 20 Tonnen Silber und 100 Kilogramm Gold entspricht.

Das Projekt folgt dem Prinzip des Urban Mining, bei dem Abfallasche nicht als Müll, sondern als Rohstoff betrachtet wird. Die Wirtschaftlichkeit hängt dabei sowohl von der Metallrückgewinnung als auch von der Weiterverwendung der Mineralstoffe ab. Zum Vergleich: Beim klassischen Bergbau gilt Erz erst ab einem Kupfergehalt von 0,3 Prozent als abbauwürdig – ein Wert, den die Asche problemlos erreicht.

Erfolgreicher Großversuch und Ausblick Der Test im Juli 2023 bewies, dass das EMSARZEM-Verfahren im großen Stil funktioniert. Bei flächendeckender Einführung könnte es nicht nur Deponien entlasten, sondern auch Metalle und Mineralien für die Bauindustrie zurückgewinnen. Als nächste Schritte stehen die Skalierung der Technologie und die Vorbereitung für den breiten industriellen Einsatz an.

Quelle