GLS Bank in der Kritik: Warum sie DKP-Konten schloss – und was nun folgt
Theo SchmitzGLS Bank in der Kritik: Warum sie DKP-Konten schloss – und was nun folgt
GLS Bank gerät nach Kontoschließungen in die Kritik
Die GLS Bank steht in der Kritik, nachdem sie Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe geschlossen hat. Die Entscheidung löste Proteste aus und führte zu einem offenen Brief mit Tausenden Unterschriften, in dem vor einem Vertrauensverlust in die ethische Bank gewarnt wird. Die GLS Bank verteidigte ihr Vorgehen hingegen als rechtlich geboten – und nicht politisch motiviert.
Der Streit begann, als die GLS Bank die Konten der DKP und der Roten Hilfe kündigte. Demonstranten warfen der Bank vor, Finanzvorschriften überzogen umzusetzen. In einem offenen Brief, unterstützt von Tausenden Unterzeichnern, wurde die Rücknahme der Entscheidung gefordert – mit Verweis auf befürchtete Reputationsschäden.
Ein Gericht verfügte später, dass die Sparkasse Göttingen die Konten der Roten Hilfe vorläufig offenhalten muss. Die GLS Bank betonte jedoch, sie handle ausschließlich nach gesetzlichen Vorgaben. Die Bankführung wies politische Vorwürfe zurück und verwies auf Aufsichtsregeln, die verdächtige Transaktionen im Zusammenhang mit Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung meldepflichtig machen.
Auf der Mitgliederversammlung der Bank in Bochum sprachen sich 676 von 720 Anwesenden für den Vorstand aus. Die Veranstaltung fand parallel zu einem Nachhaltigkeitsfestival in der Jahrhunderthalle statt. Zudem führte die GLS Bank Gespräche mit betroffenen Kunden und beriet sie, wie sich Warnmeldungen bei Transaktionen vermeiden lassen.
Die Kritik hält an: DKP-Bundesgeschäftsführer Klaus Leger warf der Bank „vorauseilenden Gehorsam“ vor, um ihre Geschäfte in den USA abzusichern. Trotz der Rückschläge bleiben die Konten der Roten Hilfe bei der GLS Bank vorerst aktiv.
Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen Finanzregulierung und ethischen Bankgrundsätzen. Die GLS Bank sieht sich weiterhin mit Fragen zu ihrer Compliance-Politik konfrontiert – auch wenn die Führung weiterhin auf die Unterstützung der Mitglieder zählen kann. Die vorläufige Gerichtsentscheidung zu den Konten der Roten Hilfe könnte Präzedenzfall für ähnliche Fälle werden.






