Feuerwerksboom in der Lüneburger Heide trifft auf Forderungen nach bundesweitem Verbot
Jana BraunFeuerwerksboom in der Lüneburger Heide trifft auf Forderungen nach bundesweitem Verbot
Nachfrage nach Feuerwerk explodiert in der Lüneburger Heide – während Polizeigewerkschaft bundesweites Verbot fordert
In der Lüneburger Heide ist die Nachfrage nach Feuerwerk in diesem Jahr stark angestiegen, der Handel war schnell ausverkauft. Unterdessen hat eine Petition der Berliner Polizeigewerkschaft bereits über 1,5 Millionen Unterschriften gesammelt – mit dem Ziel eines bundesweiten Feuerwerksverbots.
Rita und Wilhelm Zachraj, ein Rentnerpaar aus Dorsten, verlassen sonst oft ihr Zuhause im Ruhrgebiet, um mit ihrem Hund Odin ein ruhiges Silvester zu verbringen. Diesmal wählten sie Schneverdingen in der Lüneburger Heide – in der Erwartung von Stille. Stattdessen waren sie von Feuerwerk umgeben, und zwar von 11 Uhr morgens bis zum nächsten Tag.
Odin, ein Rettungshund aus Ungarn, leidet unter extremer Angst vor lauten Geräuschen, besonders bei Feierlichkeiten. Rita Zachraj fühlt sich von Tourismuswerbung getäuscht, die die Heide als idyllisches Reiseziel für Hundebesitzer bewirbt.
Eine aktuelle Online-Umfrage der Böhme-Zeitung ergab, dass rund 65 Prozent der Befragten ein Feuerwerksverbot im Heidekreis befürworten. Trotzdem gab es in der Region erhebliche Schäden durch Böller und Raketen. Die Zeitung bietet zudem einen kostenlosen wöchentlichen Newsletter mit lokalen Nachrichten für Abonnenten an.
Die Erfahrungen der Zachrajs zeigen den Konflikt zwischen Tradition und dem Wunsch nach leiseren Feiern. Zwar bleibt Feuerwerk in der Region beliebt, doch die wachsende Unterstützung für Verbote deutet auf einen Wandel hin. Tierhalter wie die Zachrajs suchen weiterhin nach friedlichen Alternativen für die Feiertage.
