EU-Reform des Emissionshandels: Chemiebranche erhält Entlastung bei Zertifikaten
Tobias SchwarzEU-Reform des Emissionshandels: Chemiebranche erhält Entlastung bei Zertifikaten
Die Europäische Kommission wird noch diese Woche Reformen des EU-Emissionshandelsystems (EU-EHS) vorstellen. Die Änderungen erfolgen nach Druck aus der chemischen Industrie, die Anpassungen bei den kostenlosen Emissionszertifikaten gefordert hatte. Die offiziellen Pläne werden am Mittwoch bekannt gegeben, wobei die zentralen Neuerungen bis Anfang 2026 in Kraft treten sollen.
Evonik-Chef Christian Kullmann hatte zuvor weitreichende Reformen – oder gar die Abschaffung – des EU-EHS gefordert. Später verfasste er gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese einen Gastbeitrag im Handelsblatt, in dem er pragmatische Lösungen und ausgewogene Kompromisse anmahnte.
Das überarbeitete EU-EHS sieht nun vor, die Streichung von Zertifikaten im Marktstabilitätsreservemechanismus (MSR) dauerhaft aufzuheben. Eine weitere zentrale Änderung betrifft die kostenlosen Emissionszertifikate für die chemische Industrie: Diese werden schrittweise reduziert, sobald die Effizienzstandards – basierend auf technischem Fortschritt und tatsächlichen Emissionsdaten – gesenkt werden.
Ziel der Anpassungen ist es, die Belastung für Chemieunternehmen zu verringern, ohne die langfristigen Klimaziele aus den Augen zu verlieren. Die Reformen spiegeln einen Kurswechsel wider, bei dem die Kommission versucht, Umweltziele mit den Interessen der Industrie in Einklang zu bringen.
Die Änderungen am EU-EHS stellen ein bedeutendes Entgegenkommen gegenüber der chemischen Industrie dar. Die kostenlosen Zertifikate werden künftig im Einklang mit den tatsächlichen Emissionen und technologischen Fortschritten abgebaut. Die vollständigen Details des Plans sollen bis Anfang 2026 finalisiert und umgesetzt werden.






