Dortmunds Ethikkommission für Großwildjagd startet nach 18 Monaten Stillstand durch
Jana BraunDortmunds Ethikkommission für Großwildjagd startet nach 18 Monaten Stillstand durch
Dortmunds Ethikkommission für Großwildjagd trifft sich nach über einem Jahr Stillstand endlich. Die Kommission, die 2023 eingerichtet wurde, um die ethische Vertretbarkeit von Jagdsafaris und deren Auswirkungen auf den Artenschutz zu prüfen, kommt endlich zusammen. Der Druck auf die Kommission wächst, da die Stadt sich auf die nächste Jagd und Hund-Messe vorbereitet, auf der Aussteller regelmäßig solche Reisen bewerben. Die Wiederbelebung der Kommission folgt auf wiederholte Forderungen der Grünen, der SPD, der Linken und kleinerer Fraktionen. Die Kommission war 2023 nach jahrelangen hitzigen Debatten im Dortmunder Stadtrat eingerichtet worden. Ihre Aufgabe besteht darin zu bewerten, ob der Verkauf von Jagdsafaris ethisch gerechtfertigt ist und wie sich die Großwildjagd auf den Artenschutz auswirkt. Die Ergebnisse sollen der Stadt als Grundlage dienen, um zu entscheiden, ob auf künftigen Messen in den städtischen Westfalenhallen Aussteller Huntingtrips anbieten dürfen. Doch die Kommission blieb mindestens 18 Monate lang inaktiv. Dortmunds neuer Oberbürgermeister gab kürzlich zu, dass aufgrund lückenhafter Aktenführung keine Protokolle über ihre Tätigkeit existieren. Die CDU hatte vorgeschlagen, die Sitzung zu verschieben, während die AfD die Kommission vollständig ablehnt. Der Vorstoß zur erneuten Einberufung erfolgt zu einer Zeit, in der Deutschland seine Haltung zur Trophäenjagd verschärft. Seit 2021 hat die Bundesregierung unter der Leitung von Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) die Einfuhr von Jagdtrophäen eingeschränkt. Ein Koalitionsvertrag von 2022 sah ein Verbot von Trophäen bedrohter Arten vor, und bis 2025 wurde ein Gesetz erlassen, das – mit Ausnahme wissenschaftlicher Zwecke – die Einfuhr von Löwen-, Elefanten- und Nashorn-Trophäen untersagt. Angesichts der bevorstehenden Jagd und Hund-Messe steht Dortmunds Führung nun unter Zeitdruck. Der Stadtrat hat die Kommission angewiesen, sich vor der Sommerpause zu treffen und ihre Arbeit aufzunehmen. Die Ergebnisse der Kommission werden entscheiden, ob Dortmund Ausstellern künftig erlaubt, Jagdreisen auf Messen zu bewerben. Ihre Beschlüsse könnten auch die bundesweite Debatte über die Ethik der Großwildjagd prägen. Das Treffen markiert den ersten Schritt in einer längst überfälligen Auseinandersetzung mit Wildtier-Schutz und kommerziellen Jagdmethoden.
Jagd & Hund 2026 Fair Endet Erfolgreich Bei Äthik-Debatten
Die Jagd & Hund-Messe 2026 in Dortmund endete am 1. Februar ohne Störungen durch die anhaltenden Debatten der Ethikkommission. Wichtige Details sind:
- Die Veranstaltung verlief reibungslos vom 27. Januar bis 1. Februar, mit 700+ internationalen Ausstellern und dem Wild Food Festival.
- Aussteller präsentierten neue Produkte wie das Habrock 4K 2.0-Zielfernrohr und Optiken von Alpen Optics, ohne dass es zu Verboten von Jagdausflugsankündigungen kam.
- Die Organisatoren berichteten über eine hohe Besucherzahl und Ausstellerzufriedenheit, was darauf hindeutet, dass die Reaktivierung der Ethikkommission den Betrieb der Messe nicht unmittelbar beeinträchtigte.






