Deutz AG kämpft mit Umsatzeinbruch und startet 50-Millionen-Sparprogramm
Tobias SchwarzDeutz AG kämpft mit Umsatzeinbruch und startet 50-Millionen-Sparprogramm
Deutz AG steht vor großen finanziellen Herausforderungen nach einem drastischen Nachfragerückgang bei seinen Motoren. Das Unternehmen hat seine Umsatzprognose für 2024 von bis zu 2,1 Milliarden Euro auf etwa 1,8 Milliarden Euro nach unten korrigiert. Um die Krise zu bewältigen, wurde ein Sparprogramm in Höhe von 50 Millionen Euro aufgelegt, das Stellen, Budgets und Betriebsabläufe betrifft.
Die Probleme des Konzerns gehen auf einen deutlichen Einbruch in seinen wichtigsten Absatzmärkten zurück – vor allem in den USA. Dort sank die Nachfrage nach Baumaschinen und Landtechnik 2025 wieder auf das Niveau von 2023, belastet durch eine leichte Rezession, rückläufige Neuzulassungen von Fahrzeugen und zurückhaltende Investitionen der Landwirte. Verschärft wurde die Lage durch unberechenbare US-Zölle, die die Importkosten um 8 Prozent in die Höhe trieben und deutsche Maschinenexporte im Wert von rund 25 Milliarden Euro verteuerten. Eine Erholung wird für 2026 nicht erwartet.
Trotz dieser Rückschläge verzeichnete Deutz für 2025 einen Anstieg der Gesamtaufträge auf 2,08 Milliarden Euro – gegenüber 1,83 Milliarden Euro im Vorjahr. Doch der schwache Motorenmarkt zwang das Unternehmen zum schnellen Handeln. Die Maßnahmen umfassen nun weniger Überstunden, Kurzarbeit und strengere Reisebestimmungen für Mitarbeiter. Auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen wurden verkleinert, und die Budgets für neue Technologien wurden gekürzt.
Das Sparprogramm zielt darauf ab, die jährlichen Kosten bis Ende 2026 um 50 Millionen Euro zu senken. Dies ist Teil einer umfassenderen Neuausrichtung unter neuer finanzieller Führung. Oliver Neu übernahm am 1. Oktober die Position des Finanzvorstands (CFO) und steuert die Umstrukturierung. Die langfristige "Dual+"-Strategie des Unternehmens sieht weiterhin einen Umsatz von 4 Milliarden Euro bis 2030 vor – bei einer Gewinnmarge von 10 Prozent. Investoren erhalten am 7. November ein klareres Bild, wenn Deutz seine aktuellen Quartalszahlen veröffentlicht.
Deutz AG setzt nun auf strengere finanzielle Kontrollen, um die Krise zu überstehen. Die Sparmaßnahmen und die angepassten Prognosen spiegeln die schwierigen Rahmenbedingungen in den Kernmärkten wider. Der nächste Bericht über die Fortschritte des Unternehmens folgt mit der Quartalsmitteilung Anfang November.






