28 March 2026, 14:12

Deutschlands Schienennetz am Limit: Warum NRW besonders leidet

Eine Gruppe von Menschen, die um einen Zug auf einem Gleis herumstehen, mit einigen im Zug und anderen außerhalb, in der Nähe von Gebäuden und Bäumen, mit Text, der unten 'Ludwigs-Eisenbahn, der erste Bahnhof in Deutschland' liest.

Deutschlands Schienennetz am Limit: Warum NRW besonders leidet

Deutschlands Schienennetz steht unter wachsendem Druck – Verspätungen und überfüllte Züge sorgen bei Fahrgästen für wachsende Frustration. Die Deutsche Bahn führt die Probleme vor allem auf die marode Infrastruktur zurück, doch Fachleute sehen tieferliegende Ursachen.

Besonders prekär ist die Lage in Nordrhein-Westfalen. Der Verkehrsminister des Landes bezeichnete das dortige Schienennetz als das schlechteste Deutschlands, während große Baustellen wichtige Strecken weiterhin beeinträchtigen.

Die Bahn beharrt darauf, dass bröckelnde Gleise und veraltete Technik für den Großteil der Verspätungen verantwortlich seien – rund 80 Prozent der Störungen führt das Unternehmen darauf zurück. Doch der Bahnexperte Christian Böttger hält diese Zahl für übertrieben und verweist auf komplexere Zusammenhänge.

Als Gegenmaßnahme plant die Deutsche Bahn die Sanierung von zehn Streckenkorridoren in NRW, weitere acht Modernisierungen sollen in den kommenden Jahren folgen. Zwei Großprojekte – die Strecken Hagen–Wuppertal–Köln und Nürnberg–Regensburg – gingen im Februar 2026 in die heiße Bauphase. Doch wann die NRW-Strecken fertig werden, steht noch in den Sternen – Fahrgäste müssen sich auf längere Einschränkungen einstellen.

Ein besonders eklatantes Beispiel ist der Umbau des Bahnhofs Wuppertal-Barmen: Reisende zwischen Köln und Hagen sind bis zum Sommer auf Schienenersatzverkehr angewiesen. Verzögerungen bei der Wiederinbetriebnahme sanierter Abschnitte verschärfen die Situation zusätzlich. Ein Grund dafür ist der Mangel an Abnahmeprüfern, was zu längeren Sperrungen und verlängerten Ersatzverkehren führt.

Einige Fachleute schlagen vor, das Fahrplanangebot ausudzünnen, etwa durch Kürzungen im Regionalverkehr, um das Netz zu entlasten. Die Bahn lehnt dies jedoch ab. Zwar räumt das Unternehmen ein, dass Teile des Systems überlastet sind, doch weniger Züge seien keine Lösung. Experten entgegnen, dass selbst bei perfekter Infrastruktur die Pünktlichkeit leiden würde – schlichtweg, weil zu viele Züge auf zu wenigen Strecken unterwegs sind.

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Kritik kommt auch vom Bundesrechnungshof. Die Behörde wirft der Bahn-Führung und der Bundesregierung vor, die seit langem bekannten Probleme nicht wirksam anzugehen.

Die Herausforderungen für den Bahnbetrieb mehren sich: von maroder Infrastruktur über Personalmangel bis hin zu überlasteten Strecken. Zwar laufen in NRW Modernisierungsarbeiten, doch auf wichtigen Verbindungen bleibt der Betrieb beeinträchtigt – und wann die Projekte abgeschlossen werden, ist ungewiss. Ohne weitere Maßnahmen könnten sich Verspätungen und Einschränkungen für Fahrgäste in der Region noch lange hinziehen.

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