Deutscher Quantencomputer: 10-Qubit-Prototyp in Jülich erfolgreich gestartet
Jana BraunDeutscher Quantencomputer: 10-Qubit-Prototyp in Jülich erfolgreich gestartet
Ein großes deutsches Forschungsprojekt arbeitet am Bau eines vollständig heimischen Quantencomputers mit fortschrittlicher supraleitender Technologie. Das Vorhaben QSolid, das mit 76,3 Millionen Euro vom Bund gefördert wird, vereint 24 Forschungseinrichtungen und Unternehmen unter der Leitung des Forschungszentrums Jülich. Ziel ist es, ein System mit mehreren Quantenprozessoren zu entwickeln, das deutlich geringere Fehlerraten aufweist als aktuelle Modelle.
Das Projekt hat nun die Halbzeit erreicht – ein erster Zwischenergebnis-Demonstrator, ein 10-Qubit-Prototyp, wurde in Betrieb genommen. Die Forscher:innen streben den Aufbau einer gemeinsam nutzbaren Quantencomputing-Infrastruktur in Jülich an, die externen Nutzer:innen über die Jülicher Unified Infrastructure for Quantum Computing (JUNIQ) zugänglich sein soll. Diese Plattform ermöglicht es Wissenschaftler:innen und Industriepartnern, Quantenanwendungen zu testen und weiterzuentwickeln.
Eine Schlüsselrolle im Projekt übernimmt das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) mit seinem Center for Nanoelectronic Technologies (CNT). Das Institut forscht anwendungsorientiert zu intelligenten Industrie-, Medizintechnik- und Mobilitätslösungen. Am CNT liegt der Fokus auf 300-Millimeter-Wafern für Halbleiterhersteller, Zulieferer und F&E-Partner. Ihr Beitrag zu QSolid besteht in der kointegrierten CMOS-Steuerungslogik für die Quantum Processing Unit (QPU), ein Schritt, der die komplexe Verdrahtung und Vernetzung in Quantensystemen vereinfachen soll.
Die breit aufgestellte QSolid-Kooperation bündelt Expertise aus ganz Deutschland. Durch den Einsatz supraleitender Schaltkreise der nächsten Generation hofft das Team, die Fehlerraten deutlich zu senken. Bei Erfolg könnte das Projekt einen vollständig in Deutschland entwickelten Quantencomputer mit höherer Zuverlässigkeit und Leistung etablieren.
QSolid hat eine entscheidende Phase erreicht: Der 10-Qubit-Demonstrator ist nun betriebsbereit. Mit 76,3 Millionen Euro Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zielt die Initiative auf den Aufbau einer funktionsfähigen Quantencomputing-Infrastruktur in Jülich ab. Das Endsystem soll geringere Fehlerraten bieten und Forschung sowie Industrie einen leichteren Zugang ermöglichen.






