Bundeswehr ehrt Friederike Krüger mit Kasernen-Umbenennung in Munster
Eine Kaserne in Munster wird bald den Namen Friederike Krügers tragen – einer Frau, die während der Napoleonischen Kriege verkleidet als Mann kämpfte. Straßen in Friedland, Templin und Großbeeren ehren bereits ihr Andenken. Nun würdigt die Bundeswehr ihre Tapferkeit erneut, indem sie die Hindenburg-Kaserne nach ihr benennt.
Friederike Krüger schloss sich der 4. Kompanie des 1. Bataillons im 9. Infanterie-Regiment an, verheimlichte dabei jedoch ihre wahre Identität. Für ihren Mut wurde sie mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet – eine seltene Ehre für eine Frau zu jener Zeit. Selbst nach der Enthüllung ihrer Identität durfte sie im Dienst bleiben. Heute ruht sie mit militärischen Ehren auf dem Georgsfriedhof in Templin.
Die Bundeswehr kämpft seit Langem mit der Erhöhung des Frauenanteils. Aktuell stellen Frauen über 13 Prozent des Personals, doch sinkt dieser Wert auf unter 10 Prozent, wenn medizinische Berufe nicht mitgezählt werden. Das Soldatengleichberechtigungsgesetz sieht ein Ziel von mindestens 20 Prozent vor, doch der Fortschritt bleibt seit Jahren gering.
Seit Januar 2001 stehen Frauen alle militärischen Laufbahnen offen. Dennoch verfehlt die Bundeswehr regelmäßig ihre Rekrutierungsziele für Soldatinnen. Die Umbenennung der Munsteraner Kaserne ist sowohl eine historische Würdigung als auch ein Hinweis auf die anhaltenden Bemühungen, die Geschlechterbalance zu verbessern.
Die Hindenburg-Kaserne wird künftig den Namen Friederike Krügers tragen – als Symbol für ihren außergewöhnlichen Dienst. Gleichzeitig arbeitet die Bundeswehr weiterhin an einer höheren Beteiligung von Frauen. Angesichts der noch immer zu niedrigen Zahlen unterstreicht die Umbenennung auch die Kluft zwischen politischen Zielen und tatsächlichem Fortschritt.






