06 June 2026, 16:07

Bochum sucht unter der Erde nach sauberer Wärme für die Zukunft

Tiefengeothermie: Eine Karte des Bochumer Untergrunds

Bochum sucht unter der Erde nach sauberer Wärme für die Zukunft

Ein neues Forschungsprojekt erkundet tief liegende unterirdische Strukturen in Bochum, um Deutschlands Umstieg auf nachhaltige Wärmeversorgung zu unterstützen. Die Initiative „VESTA CONTRAST“ wird einen fünf Kilometer langen Abschnitt unter der Stadt und dem benachbarten Witten kartieren – bis in Tiefen von bis zu 2.000 Metern. Wissenschaftler:innen gehen davon aus, dass die Geologie der Region eine Schlüsselrolle bei der Versorgung von Gebäuden und Industrie mit sauberer Wärme spielen könnte.

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Das Ruhrgebiet birgt unter der Erde ungenutztes Potenzial für geothermische Energie. Hier steigen die Temperaturen um etwa 3 °C pro 100 Meter Tiefe an, was tiefere Schichten zu einer vielversprechenden Quelle für großflächige Wärmeversorgung macht. Während oberflächennahen Geothermieanlagen bereits Einzelhäuser versorgen, betonen Expert:innen, dass ganze Städte tiefere Lösungen benötigen, um vollständig von fossilen Brennstoffen loszukommen.

Das Projekt „VESTA CONTRAST“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit rund 330.000 Euro gefördert wird, setzt auf seismische Reflexionsmethoden, um eine detaillierte „Schallkarte“ des Untergrunds zu erstellen. Diese Technik – ähnlich wie Sonar – sendet Vibrationen in die Erde und misst die Echos, um geologische Strukturen sichtbar zu machen. Die Feldarbeiten sollen im Februar 2025 beginnen und voraussichtlich etwa eine Woche dauern.

Die Erhebung ist Teil des übergeordneten Projekts „VESTA – Very-High-Temperature Heat Aquifer Storage“, das eine konzeptionelle Studie zur Nutzung des Bochumer Untergrunds für die Wärmewende entwickeln will. Forscher:innen schätzen, dass tiefe Geothermiesysteme bis zu einem Viertel des kommunalen und industriellen Wärmebedarfs Deutschlands decken könnten. Bei Erfolg könnten die Ergebnisse helfen, nachhaltige Wärme für bis zu drei Viertel der bestehenden Gebäude im Land zu erschließen.

Die Projektergebnisse werden ein klareres Bild der geologischen Bedingungen unter dem südlichen Bochum liefern. Diese Daten könnten künftige Geothermie-Projekte in der Region lenken. Mit dem baldigen Start der Feldarbeiten hängt der nächste Schritt davon ab, ob die Vermessung geeignete Wärmevorkommen identifizieren kann.

Quelle