Berlin und Mönchengladbach rüsten sich gegen drohende flächendeckende Stromausfälle

Berlin und Mönchengladbach rüsten sich gegen drohende flächendeckende Stromausfälle
Behörden in Berlin und Mönchengladbach warnen vor möglichem großflächigem Stromausfall
Die Stadt Berlin hat davor gewarnt, dass ein großräumiger Stromausfall weiterhin eine reale Gefahr darstellt. Zwar verfüge der lokale Netzbetreiber NEW sowie Westnetz über robuste Sicherheitsvorkehrungen, doch könnten gezielte Angriffe nicht mit absoluter Sicherheit abgewehrt werden, räumen die Verantwortlichen ein. Aktuelle Diskussionen haben sowohl Schwachstellen als auch laufende Bemühungen zur Stärkung der Notfallvorsorge aufgezeigt.
Angesichts der Gefahr eines längerfristigen Blackouts hat Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul die Bedrohung explizit anerkannt. Er betonte, dass das Stromnetz zwar über Redundanzen und Sicherheitsprotokolle verfüge, ein schwerwiegender Ausfall dennoch nicht ausgeschlossen werden könne. Als Reaktion darauf hat Berlin seine Notfallpläne überarbeitet – mit besonderem Fokus auf langandauernde Stromausfälle und eine verbesserte Überwachung kritischer Infrastrukturen.
Zu den zentralen Maßnahmen zählen nun die Überprüfung und Aktualisierung von Krisenstrategien, die verstärkte Sicherheit an neuralgischen Punkten sowie der Einsatz mobiler Notstromsysteme. Ein solches System – ein 250-kVA-"Energiemodul" – wurde kürzlich nach Mönchengladbach geschickt, um dort bei einem Stromausfall zu helfen. Das Modul, bestehend aus einem Spezialfahrzeug und einem Hochleistungsgenerator, unterstreicht den Einsatz der Stadt für mobile Lösungen. Die Bürger werden aufgefordert, sich auf mögliche Stromausfälle vorzubereiten.
Das Verbraucherberatungszentrum in Berlin verweist auf die Website des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), wo ein kostenloser Ratgeber mit Checkliste abrufbar ist. Empfohlene Vorräte umfassen Taschenlampen, Batterien, Kerzen, Feuerzeuge, einen Campingkocher, Trinkwasser, lang haltbare Lebensmittel, Futter für Haustiere, ein Erste-Hilfe-Set, aufgeladene Geräte, Bargeld, ein Radio sowie Heizmaterial. Für den Fall eines Blackouts raten die Behörden zu warmer Kleidung, kurzzeitigem Lüften der Räume, zum Kochen im Freien – sofern möglich – und zur Nutzung ausgewiesener Notrufstationen für Hilfeleistungen.
Darüber hinaus setzt die Stadt auf dezentrale Energielösungen. Geplant sind lokale Speichersysteme und Mikronetze, um die Abhängigkeit von zentralen Knotenpunkten zu verringern. Gleichzeitig soll das geplante KRITIS-Dachgesetz den Schutz kritischer Infrastrukturen bundesweit stärken, auch wenn es noch nicht final beschlossen ist.
Ein flächendeckender Stromausfall würde grundlegende Dienstleistungen lahmlegen – von Heizung und Nahrungszubereitung bis hin zu Kommunikation und Transport. Berlins aktualisierte Pläne und mobilen Notstromaggregate zielen darauf ab, die Risiken zu mindern. Doch die Behörden betonen weiterhin die Bedeutung der Eigenvorsorge. Der Fokus auf dezentrale Energieversorgung und Notfallressourcen spiegelt die größeren Anstrengungen wider, die Widerstandsfähigkeit gegen künftige Bedrohungen zu erhöhen.

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