Bergisch Gladbach ringt um Haushalt: CDU will Steuern drosseln und Investitionen lenken
Tobias SchwarzBergisch Gladbach ringt um Haushalt: CDU will Steuern drosseln und Investitionen lenken
Haushaltsverhandlungen in Bergisch Gladbach entwickeln sich zur großen Herausforderung für die lokale Politik. Bei einer jüngsten Veranstaltung des BürgerClubs skizzierte Michael Metten, Fraktionsvorsitzender der CDU, die Pläne seiner Partei. Ohne formelle Koalition gestalten sich die Gespräche ungewöhnlich schwierig.
Die CDU, als stärkste Kraft im Rat, setzt in den Haushaltsberatungen auf ihre Agenda. Die Partei will die geplante Erhöhung der Grundsteuer um 100 Punkte zurückfahren und stattdessen einen Anstieg um 25 Punkte vorschlagen, um Einnahmeausfälle auszugleichen. Metten forderte zudem neue Stellen in der Bauaufsicht und der kommunalen Regulierung, um stockende Projekte zu beschleunigen.
Finanzielle Zwänge prägen die zentralen Entscheidungen. Metten betonte Prioritäten wie Sanierungen an Schulen, Straßeninstandsetzungen und das Entwicklungsgebiet Zanders. Gleichzeitig schlug er Einsparungen vor – etwa bei Personalausgaben in der Öffentlichkeitsarbeit und in sozialen Medien – und setzte auf digitale Tools sowie KI, um Abläufe effizienter zu gestalten.
In der Stadtplanung sprach sich Metten für einen Architekturwettbewerb aus, um das Gebiet der Stadthäuser neu zu denken. Statt eines neuen Skateparks plädierte er für die Modernisierung bestehender Sporteinrichtungen. Trotz des Bedarfs an parteiübergreifender Unterstützung schloss er jede Abstimmung mit der AfD aus, räumte jedoch ein, dass deren Stimmen mitunter entscheidend sein könnten.
Selbst wenn CDU, SPD und Grüne eine Haushaltseinigung erzielen, betonte Metten, werde dies nicht zu einer festen Koalition führen. Jede Vereinbarung bleibe eine Einzelfallentscheidung – eine langfristige Partnerschaft sei nicht geplant.
Die Haushaltsverhandlungen werden zeigen, wie Bergisch Gladbach Gelder für Schulen, Straßen und Entwicklungsprojekte verteilt. Die CDU setzt auf begrenzte Steuererhöhungen, Personalabbau und gezielte Investitionen. Die endgültigen Beschlüsse hängen von wechselnden Mehrheiten im Rat ab – eine stabile Koalition ist nicht in Sicht.






