10 May 2026, 10:08

Apotheken fordern dringende Reformen vor Kabinettsentscheidung am 17. Dezember

Schwarz-weiß-Anzeige für eine Apotheke in Rom, die einen Mann und eine Frau zeigt, die nebeneinander stehen, mit Text, der die Apotheke und ihre Dienstleistungen beschreibt.

Apotheken fordern dringende Reformen vor Kabinettsentscheidung am 17. Dezember

Deutsche Apotheken stehen vor einem entscheidenden Moment, da Branchenvertreter dringende Änderungen an einem Reformgesetzentwurf fordern. Der Vorstand der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hat fünf zentrale Punkte benannt, die vor der Kabinettsbefassung am 17. Dezember unbedingt berücksichtigt werden müssen. Ohne diese Anpassungen stehe das Überleben vieler Apotheken auf dem Spiel, warnen Spitzenvertreter.

Auf der heutigen Mitgliederversammlung betonte Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR), dass Apotheken zunehmend an ihre Grenzen stoßen, um die wachsende Nachfrage der Patientinnen und Patienten zu bedienen. Die Situation sei ein „Scheideweg für die deutsche Gesundheitsversorgung“, so Hoffmann – verschärft durch sinkende Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung und ein ohnehin überlastetes System. Zwar müsse das Modell der eigentümergeführten Apotheken erhalten bleiben, doch seien Reformen nun unverzichtbar.

An erster Stelle fordert die ABDA eine Erhöhung der Festbetragsvergütung für Apotheken. Alternativ werden Finanzierungsmodelle diskutiert, um dem Sektor zusätzliche 800 bis 900 Millionen Euro zukommen zu lassen. Zweitens soll das Verbot von Barzahlungsrabatten gestrichen werden – eine Maßnahme, die laut Verband schnell umsetzbar wäre.

Thomas Preis, ABDA-Präsident, erklärte, die Branche befinde sich in einer „existenzbedrohenden Krise“ und rief zu intensiver Lobbyarbeit vor der Kabinettsentscheidung auf. Geplante Proteste wurden vorerst ausgesetzt, um den Dialog mit der Politik nicht zu gefährden. Hoffmann skizzierte zudem den weiteren Zeitplan: Eine erste Lesung im Bundestag Ende Januar, die Befassung im Bundesrat im frühen Frühjahr und die finale Verabschiedung voraussichtlich Ende April.

Die ABDA setzt derzeit auf Verhandlungen statt auf öffentliche Proteste. Scheitern die geforderten Änderungen, könnten sich die finanziellen und betrieblichen Probleme der Apotheken weiter verschärfen. Die Weichenstellung im Kabinett am 17. Dezember wird zeigen, ob die Reformen in ihrer aktuellen Form vorankommen.

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