Anna Netrebko triumphiert in Un ballo in maschera – doch vor der Staatsoper tobt der Streit
Tobias SchwarzAnna Netrebko triumphiert in Un ballo in maschera – doch vor der Staatsoper tobt der Streit
Premiere an der Berliner Staatsoper: Anna Netrebko glänzt in Un ballo in maschera – Jubel im Saal, Proteste draußen
An der Berliner Staatsoper hat die Neuinszenierung von Verdis Un ballo in maschera Premiere gefeiert, mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle. Während die Aufführung im Theater mit begeistertem Applaus bedacht wurde, gab es vor dem Gebäude Proteste einer kleinen Gruppe von Demonstranten. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, steht seit Langem wegen ihrer früheren Verbindungen zur russischen Führung in der Kritik.
Am Premierenabend gab Netrebko als Amelia in Verdis Oper ihr Comeback auf der Bühne. Wie die Sonntagspost, die Montagspresse und der Tagesspiegel berichten, erhielt sie im ausverkauften Haus stehende Ovationen – ein deutlicher Kontrast zu ihrem letzten Auftritt an der Staatsoper vor Jahren, als die öffentliche Meinung noch weniger gespalten war.
Draußen versammelten sich etwa 50 Protestierende mit ukrainischen Fahnen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die Demonstration spiegelt die anhaltende Kritik an Netrebko wider, die 2021 ihren 50. Geburtstag im Moskauer Kreml gefeiert hatte. Ihre Vertreter betonen jedoch, sie habe den Krieg in der Ukraine öffentlich verurteilt.
Intendantin Elisabeth Sobotka bestätigte, Netrebko habe sich von Russland distanziert und sei seit Beginn des Krieges nicht dorthin zurückgekehrt. Die Sopranistin blickt in Berlin auf eine lange Geschichte zurück, darunter Auftritte beim Classic Open Air und an der Staatsoper Unter den Linden. Trotz der Kontroversen wurden auch ihre jüngsten Auftritte in Nabucco im März 2026 mit großer Begeisterung aufgenommen – ein Zeichen für ihre anhaltende Popularität beim Publikum.
Netrebkos Rückkehr an die Staatsoper zeigt die Kluft zwischen ihrer künstlerischen Anerkennung und der politischen Kritik. Die Entscheidung des Hauses, sie auf die Bühne zu holen, folgte ihren öffentlichen Stellungnahmen gegen den Krieg. Während ihre Auftritte weiterhin Publikumsmagnete bleiben, halten die Proteste draußen an.






