Afrikas "Grüne Mauer" kämpft mit trockenen Böden und leeren Versprechungen
Tobias SchwarzAfrikas "Grüne Mauer" kämpft mit trockenen Böden und leeren Versprechungen
Die „Grüne Mauer“ in Afrikas Sahel-Region soll riesige Flächen degradierten Landes wiederherstellen
Das Projekt Great Green Wall (GGW) im Sahel zielt darauf ab, weite Gebiete zerstörter Landschaften zu revitalisieren. Bis 2030 soll die Initiative 100 Millionen Hektar renaturieren und 250 Millionen Tonnen CO₂ binden. Doch trotz ehrgeiziger Ziele bleibt die Umsetzung in zentralen Bereichen hinter den Erwartungen zurück.
Um die Aufforstung im Sahel zu beschleunigen, wurde der Great Green Wall Accelerator (GGWA) ins Leben gerufen. Die beteiligten Länder verpflichteten sich zu großflächigen Baumpflanzungen, um die Wüstenausbreitung und den Klimawandel zu bekämpfen. Allerdings bleiben die Überlebensraten der Jungpflanzen gering – ein Hemmnis für den Fortschritt des Projekts.
Kompensationsprogramme für CO₂-Emissionen sollten eine zentrale Rolle bei der Finanzierung spielen. Doch in Ländern wie dem Senegal und Äthiopien blieben Zusagen oft ohne konkrete Umsetzung. Studien zeigen, dass nur 12 Prozent der CO₂-Zertifikate tatsächlich zu realen Emissionsreduktionen führen. Das wirft Zweifel an ihrer Wirksamkeit für die GGW auf.
Die trockenen und halbtrockenen Bedingungen im Sahel begrenzen zudem das Potenzial zur CO₂-Speicherung. Baumpflanzungen in ariden Gebieten bringen kaum langfristige Klimavorteile. Hinzu kommt, dass die Messung der Kohlenstoffbindung in Wäldern schwierig bleibt – was die Erfolgskontrolle erschwert.
Ein weiteres Problem ist das fehlende institutionelle Gerüst. Ohne funktionierende Systeme zur Steuerung der CO₂-Märkte und zur Absicherung von Garantien steht die finanzielle Tragfähigkeit der Grünen Mauer auf dem Spiel. In der Folge dehnen sich Kompensationsprojekte teilweise auf Regionen aus, die historisch kaum Baumbestand aufwiesen – ihre Eignung ist fragwürdig.
Die Große Grüne Mauer steht vor enormen Herausforderungen, um ihre Ziele bis 2030 zu erreichen. Geringe Überlebensraten der Setzlinge, unzuverlässige CO₂-Kompensationsmodelle und schwache institutionelle Unterstützung bremsen den Fortschritt. Ohne entschlossenere Maßnahmen könnte das Potenzial des Projekts, Land zu regenerieren und Kohlenstoff zu binden, begrenzt bleiben.






